Ein Haus voller Historie und Herzblut

25 Jahre Heimathaus Ostbevern
WN-Bericht und Fotos von Bernd Pohlkamp

Samstag, 18.04.2026

Der Vorstand mit seinem Beirat (v.l.): Ludger Kövener, Luise Rotthowe, Barbara Middrup, Maria Bals, Josef Grave, Ludger Elias, Karl Wördemann, Hildegard Wördemann, Franz-Josef Cord-Kruse, Josef Bals, Albert Prieß und Klaus Brandes. Kövener (kl. Bild l.) und Brandes ehren Franz Achterholt für 25 Jahre Vorstandsarbeit im Beirat.
OSTBEVERN. Das alte Gebälk trägt Geschichte - und gleichzeitig wächst hier etwas weiter. Seit 25 Jahren ist das Heimathaus in Ostbevern nicht nur ein Ort der Erinnerung, sondern auch ein Haus, das von engagierten Menschen immer wieder mit neuem Leben gefüllt wird. Genau dieses Jubiläum feierte der Heimatverein nun mit vielen Mitgliedern und mit spürbarer Begeisterung. Seit der Einweihung im Jahr 2001 ist der Verein in dem um 1790 erbauten, denkmalgeschützten Fachwerkhaus zu Hause. Liebevoll erhalten und mit Leben gefüllt hat es sich zu einem festen Mittelpunkt der Heimatpflege im Ort entwickelt. Wie lang und bewegend der Weg dorthin gewesen ist, zeigte Geschäftsführer Klaus Brandes in einem anschaulichen Bild- und Erlebnisvortrag am Donnerstagabend im Rahmen der Jahresversammlung. Mit zahlreichen Eindrücken nahm er die Zuhörerinnen und Zuhörer mit auf eine Reise durch die Zeit: von ersten Überlegungen im Jahr 1953 über die Neugründung des Vereins am 3. September 1987 bis hin zur Übernahme und Nutzung des Heimathauses. Schritt für Schritt wurde sichtbar, wie aus einer Idee ein lebendiger Treffpunkt für das Dorf entstand. Auch die Phase der Umsetzung blieb in eindrucksvoller Erinnerung: Rund zwei Jahre Planung, Organisation und Bauarbeit steckten in dem Projekt. Für Klaus Brandes stand fest: „Es war ein Glücksgriff für den Heimatverein, dieses historische Gebäude als Heimathaus führen zu können."
Ein besonderer Ort im Haus erinnert an eine bedeutende Persönlichkeit: Dr. Johannes Poggenburg, Bischof von Münster von 1913 bis 1933, war hier geboren worden. Ihm wurde ein eigenes Gedenkzimmer gewidmet, das mit zahlreichen Exponaten einen lebendigen Einblick in sein Wirken gibt. Bürgermeister Karl Piochowiak würdigte die Arbeit des Vereins mit deutlichen Worten: „Ein großes Kompliment an den Vorstand und alle Mitglieder." Er betonte, dass Projekte wie das Heimathaus nur durch gemeinsames Engagement möglich geworden seien: „Ohne Unterstützung geht es nicht. Entscheidend ist das Herzblut der Mitglieder, die sich auf allen Ebenen einbrachten." Der Heimatverein leiste einen wichtigen Beitrag für das Dorfleben - durch Veranstaltungen ebenso wie durch die Pflege von Traditionen: „Sie bewahrten das, was unsere Heimat ausmachte - die Sprache, das Handwerk und die Geschichten von früher." Mit einem Schmunzeln ergänzte er: „Damals wussten viele Kinder gar nicht mehr, wo selbst gebackener Spekulatius eigentlich herkam."
Auch für die Zukunft signalisierte der Bürgermeister Unterstützung: „Die Tür im Rathaus steht immer offen. Wir haben ein offenes Ohr für alles, was unseren Ort lebens- und liebenswert macht." Vorsitzender Ludger Kövener blickte ebenfalls nach vorn: „Der Heimatverein Ostbevern steht auf einem starken Fundament aus Geschichte, Engagement und Gemeinschaftssinn." Gleichzeitig ginge es darum, dieses Fundament weiter auszubauen -mit neuen Projekten rund um das Heimathaus und dem Ziel, Heimat auch für kommende Generationen erlebbar zu machen. Er dankte all denen, die sich seit vielen Jahren so leidenschaftlich im Heimatverein eingebracht hatten.
Bei den Vorstandswahlen wurde die bewährte Struktur bestätigt: Vorsitzender bleibt Ludger Kövener, unterstützt von Geschäftsführer Klaus Brandes und Kassierer Ludger Elias. Dem Beirat gehörten Josef Grave, Josef Bals, Hildegard Wördemann, Albert Preiß und Franz-Josef Cord-Kruse an. Für das Heimathaus engagierten sich Luise Rotthowe (Mitgliederverwaltung), Maria Bals, Karl Wördemann und Barbara Middrup. Eine besondere Ehrung erhielt Franz Achterholt für 25 Jahre Vorstandsarbeit im Beirat.
Wie aktiv der Heimatverein war, zeigte sich nicht nur im unterhaltsam präsentierten Jahresrückblick, sondern auch im vielseitigen Programm für das laufende Jahr. Eines wurde dabei deutlich: Das Heimathaus ist kein Museum - es ist ein Ort, der weiterwächst, sich verändert und Menschen zusammenbringt.

Termine des Heimatvereins
3. Mai(Sonntag), 19 Uhr - Plattdeutsche Maiandacht mit Ewald Brünen und Hubert Bals;
18. Mai - 10. Juni - Ausstellung „Heimatmachen im Wandel zwischen 1915 und 2025";
13. und 14. Juni - Historischer Flohmarkt „Über die Mauer geschaut";
28. Juni (Sonntag), 13.30 Uhr - Radtour (40 km), Start am Heimathaus, Abschluss gegen 17 Uhr;
26. Juli (Sonntag), 16 Uhr - „De Biäwersänger - Loat us singen", musikalischer Nachmittag im Telgenbusch;
30. August (Sonntag), ab 10 Uhr - Radtour nach Handorf (50 bis 70 km), Fahrgemeinschaft, Abfahrt 12.15 Uhr, Führung 13 Uhr;
3. Oktober (Samstag), 13 Uhr Traditioneller Schnatgang;
4. November (Mittwoch), 19.30 Uhr - Plattdeutscher Abend;
2. Dezember (Mittwoch), 19.30 Uhr - Plattdeutscher Abend;
6. Dezember (Sonntag), 14 Uhr - Spekulatiusbacken